Indian Pale Ale – Eine Revolution im Brauhaus?

Dieser Artikel war schon lange fällig. Aber irgendwie lag mir mehr am Testen und Probieren
als am Schreiben. Ich gebe zu, eine Revolution ist etwas anderes.
Aber wer genau hinschaut, wird bemerkt haben, dass die großen Brauereien die Entwicklung
in der Bierszene nicht kalt lässt. Es geht schließlich um Geld und Absatzmärkte.
Und bevor wieder jemand auf die Idee kommt und nach dem „guten alten Reinheitsgebot“ zu fragen, dem möchte ich den Blick auf das Etikett der Bierflasche empfehlen!!!

Brooklyn Pale Ale

Brooklyn East India Pale Ale

Ein Bierstil macht derzeit Furore in Deutschland.
Die Ales, Pale Ale und Indian Pale Ale, kommen so langsam an in Deutschland.

Pale Ales sind helle Biere die mit obergäriger Hefe hergestellt werden und sehr hopfenbetont sind.
In der Regel werden sie bei Temperaturen von 15 bis 25°C vergoren.
Anders als bei Lager Bieren ist die Gärung hier also kürzer und erfolgt bei höheren Temperaturen.
Der Name Pale Ale kommt daher, dass die Biere aus hellem Malz hergestellt werden.
In Großbritannien werden umgangssprachlich alle Biere als Ales bezeichnet bis auf Porter oder Stouts.
Eine Sonderform der Pale Ales sind die India oder Indian Pale Ales kurz IPAs genannt.
Imperial Pale Ale besagt im Grunde das gleiche.
Imperial (kaiserlich/königlich) wurden Ales genannt, die eigens für die britischen Royals
und die russischen Zaren Familie gebraut wurden.

Gebraut wurden IPAs erstmals im 19. Jahrhundert. Damals war Indien noch eine britische Kolonie.
Damit die Soldaten auch in der indischen Kolonie ihr Ale trinken konnten,
wurde das Ale von England nach Indien verschifft.
Damals musste man Afrika noch komplett umsegeln um nach Indien zu gelangen.
Aufgrund der langen Überfahrt ist das Ale dann jedoch oft schlecht geworden.
Um es haltbarer zu machen, wurde das Bier mit viel Alkohol und Hopfen eingebraut.
In Indien sollte das Ale dann 1:1 mit Wasser verdünnt werden, was natürlich kaum jemand tat. 😉

Ab den 1830er-Jahren taucht der Begriff East India Pale Ale erstmals in Großbritannien selbst auf.
Briten, die aus der Kolonie zurückkehrten, vermissten jenes Bier, das sie in Asien schätzen gelernt hatten
und sorgten für eine Nachfrage, welche die Brauereien nun in der Heimat bedienten.

Die Prohibition, die sinkende Nachfrage in Übersee und der Siegeszug untergäriger Lagerbiere
verdrängten die IPAs aus den Gläsern,
bis in den 1990er-Jahre US-amerikanische Brauer den Stil wiederentdeckten.
Neue Aromahopfen-Sorten wie Cascade, Amarillo, Citra oder Chinook wurden erfolgreich erprobt
und Biere mit ungewöhnlicher Hopfenaromatik, Bitterkeit und Fruchtnoten hersgetellt.

Spannende Marken, die diesen Stil verkörpern sind:
Sierra Nevada, Brooklyn Brewery, Samuel Smith, Stone Brewing,
Anchor Brewery
sowie Firestone Walker.
Aktuell britische IPAs gibts bei Brew Dog, Fullers, Green King
oder auch Black Isle Brewery.
In Deutschland gibt es schon seit längerem diverse Brauer die sich diesem Stil verschrieben haben.
Ale Mania (vormals Fritz Ale), Crew Ale oder Crew Republic, Braukunstkeller,
Camba Bavaria, Schoppe Bräu, Kreativbrauerei Kehrwieder,
Hopfenstopfer, Hans Müller Sommelierbier, Schönramer Brauerei
und und und …

Wer sich weiter über diese und andere spannende Biere informieren möchte,
findet hier schnell seine Freude … es bewegt sich was im Bierglas der Deutschen.

Bierland Hamburg
Bierguerilla
Feine Biere
usoX Bierblog

Cheers!

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