Tavolata im Windpark Söhrewald

einfachessen kommt ja schon an ungewöhnliche Orte an denen wir kochen und tafeln können.
Wir kochten bereits in Galerien und Museen, an Filmsets, an Autobahnseitenstreifen,
im Wald und in Gemeinschaftsgärten, auf Erdwällen im Naturschutzgebiet, neben Bahngleisen,
auf öffentlichen Plätzen und in Kirchen oder eben bei den unterschiedlichsten
Menschen daheim am Herd. Der Windpark Söhrewald ist auch da etwas besonderes,
auch weil man nicht oft die Gelegenheit bekommt in einer Windkraftanlage
eine Tavolata mit Bar und Finger Food aufbauen zu können.
Im Programm des Windfestivals bewegter Wind stand heute eigentlich ein Essen vor der Windkraftanlage an. Mit Blick von der Söhre ins Kasseler Becken.
Doch weil es einfach nicht zu regnen aufhören wollte, wurde die Tavolata in die Windmühle verlegt.

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Zu essen gab’s übrigen verschiedene Spieße:
Ahle Wurschd mit Gurke, Handkäs mit Apfel und Zwiebelchen, Tomate mit Mozzarella,
Tortellini mit Zitronenvinaigrette Honigmelone mit Schinken und gefüllte Windbeutel.
Und zu trinken gab’s den Festivals Cocktail Pimm’s No.1 mit verschiedenen Früchten und Kräutern.

Infos zum Windfestival:
bewegter Wind
bewegter Wind auf Facebook

Infos zum Windpark:
SUN
Energie Genossenschaft Fulda/Eder

In Sachen Wind

Fingerfood

windbeutel

Polenta

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Wie Euch vielleicht schon zu Ohren gekommen ist, sind wir zur Zeit in Sachen Wind unterwegs.
Das Windkunstfestival Bewegter Wind an zwei Standorten in Kassel
Oberzwehren-Schenkelsberg-Mattenberg und Windpark Söhrewald ist noch bis Ende August zu besichtigen.

Wir laden Euch herzlich ein zum Windpicknick diesen Sonntag, den 24.8. von 12.30 und 14 Uhr.
Lasst Euch nieder mit Picknicktasche und -decke zwischen Erdwall, Autobahn und Landschaftsschutzgebiet.
Für das leibliche Wohl sorgt unsere wertgeschätzte Kochfreundin Stef,
die kulinarisch die besten Kontakte zu regionalen Produzenten pflegt, solidarisch und biologisch.

Im Anschluss Talk Walk durch Oberzwehren mit Bertram Weisshaar,
Spaziergangsforscher in der Tradition von Lucius Burckhardt.

Anmeldung bis Donnerstag, 21.8. bei kontakt@einfachessen.de. Das Picknick kostet 15€.

Kulinarisch weiter beim Windkunstfestival geht´s in der folgenden Woche im Windpark Söhrewald.
Wer die großen Propeller mal aus der Nähe sehen will, sollte hier unbedingt vorbeischauen.

Wir laden Euch herzlich ein am Sonntag, den 31. August ab 11 Uhr zum Waldfrühstück zwischen
Wald, Pilzen, Kunst und Windmühlen, mit Blick auf den Herkules.
Claudia und Ollie brutzeln für Euch Holzfällerrührei,
lassen Wildschweine fangen und ernten Waldhonig und Waldbeeren.
Gefundene Pilze bereiten wir auf eigene Verantwortung gerne zu.
Wir legen uns also mächtig ins Zeug für einen wildwaldromantischen Sonntag.

Im Anschluss Besichtigung der Kunstwerke im Wald auf eigene Faust.

Anmeldung bis Donnerstag, 28.8. bei kontakt@einfachessen.de. Das Waldfrühstück kostet 15€.

Es grüßt das einfachessen-Team

Weitere Infos zum Festival gibts hier

Anreise:
Windpicknick: nach Oberzwehren über Frankfurter Straße oder Heinrich-Schütz-Allee in die Altenbaunaer Straße fahren. Am Wendehammer der Straßenbahn, Linie 4 Mattenbergsiedlung einbiegen
und am Ende der Straße parken (Julius-Leber-Straße). Der Weg ins Gelände ist gut ausgeschildert.

Waldfrühstück: mit dem Auto über Auestadion auf die A49 Richtung Frankfurt, Würzburg
und gleich die erste Ausfahrt Industriegebiet Waldau wieder abfahren.
Rechts abbiegen auf die B83 nach Fuldabrück, Bergshausen, Melsungen.
Immer geradeaus fahren, unter der Autobahnbrücke hindurch, danach ausgeschildert.
Links in den Wald fahren. Es gibt zwei Möglichkeiten: Über Wanderparkplatz Schwarzer Markt,
Fußweg zur Windmühle SÖ-WP2 etwa 10 Minuten oder ein Stückchen weiter an der Bushaltestelle
in den Wald links abbiegen und den weiß-blauen Bändern folgen – für Lauffaule.

Bushaltestelle Linie 17 Kiliansblick, fährt sonntags 1x pro Stunde.
Link: http://www.kvg.de/fileadmin/kvg-ks/dokumente/Fahrplan/Fahrplanbuch/017.pdf

Feines aus Brombeere – Chutney / Gelee / Ketchup

Brombeerchutney

3000 g Brombeeren
1000 g Zucker
5 TL Meersalz
Ingwer
5 Chilischote rot
5 Zwiebeln rot
5 Stangen Zimt
25 Körner Piment
750 ml milder Essig
schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Die Brombeeren waschen und gut abtropfen lassen.
Mit Zucker und Salz mischen und mit einem Löffel andrücken.
Ca. 1 Stunde stehen und Saft ziehen lassen.

In der Zwischenzeit den Ingwer und die Zwiebel schälen und sehr fein würfeln.
Die Chilischote längs aufschneiden und die Kerne und Samenwände herausschaben.
Anschließend die Chili in sehr feine Streifen schneiden.
Die Pimentkörner im Mörser sehr fein zermahlen.

Die Brombeeren zum Kochen bringen und dann pürieren.
Das Püree durch ein Sieb streichen, damit die Kerne entfernt werden. Dann die restlichen Zutaten dazugeben und erneut aufkochen lassen, die Hitze reduzieren und bei sehr kleiner Hitze langsam einkochen. Das kann bis zu 2 Stunden dauern! Am Schluss regelmäßig umrühren, da das Chutney dann leicht anbrennt. Mit Zucker, Salz und etwas schwarzem Pfeffer abschmecken.

Sehr heiß in Gläser füllen und diese sofort verschließen. Auf dem Deckel stehend auskühlen lassen.
Das Chutney schmeckt gut zu Käse und rotem Fleisch, besonders auch zu Wild und Pasteten.

Brombeer Balsamico Gelee

1700 ml Saft, (Brombeersaft) aus frischen Brombeeren
300 ml Balsamico
1000 g Gelierzucker 2:1

Zubereitung
Brombeersaft und Gelierzucker in einen Topf geben. Den Balsamico zufügen und alles langsam unter Rühren aufkochen lassen. Ca. 3 Minuten kochen lassen und dann eine Gelierprobe machen, ist sie erfolgreich, die Flüssigkeit aus dem Topf in saubere Marmeladengläser füllen und diese fest verschließen.

Ein raffiniertes Gelee zum Brunch, fürs Sonntagsfrühstück, zu Wild oder Wildgeflügel, zum Verschenken und auf Crêpes oder Pfannkuchen.

Brombeerketchup

2 kg reife Brombeeren
1 kg Rohrzucker
½ l Essig
Je 2 TL Nelken und Zimt, gemahlen
1 TL gemahlener Piment

Ergibt etwas 2 ½ Liter Brombeerketchup

Die Brombeeren mit dem Zucker, Essig und den Gewürzen zwei Stunden bei schwacher Hitze kochen.
Wenn sie sehr weich sind, in saubere und ausgekochte Gläser füllen und verschließen.

Brombeerketchup passt vielem, vor allem aber zu Wild.

Von Kirschen, Kespern, Könniginnen – Vielfalt nutzen und bewahren

Dieser Text entstand mit freundlicher Mithilfe der „Kirschenkönigin“ Sabine Knappe.

Witzenhausen galt bereits im 17/18 Jhr. als Zentrum des hessischen Kirschenanbaus.
„Echte Witzenhüsser“ sind den Früchten eng verbunde,
denn die Kirsche ist mehr als eine Frucht – sie war und ist Einkommen,
ein Bindeglied für die Familie, Tradition, Risiko, Heimat und Identität.

Der Jahresurlaub war für die Kirschen da, zu dieserZeit gab es nichts Wichtigeres:
„Da wird sofort gepflückt. Da muss man am Ball bleiben, da hilft nichts.
Alles andere bleibt liegen, dann wird abgeerntet.“
Mit dem Kirschenanbau an steilen Hängenwaren erhebliche Mühen verbunden.
„Und da hat mein Mann sich sehr gequält dran, weil ja das gute Land, […]
das war natürlich das Koteletteland. Das war unten im Tal, aber das sollte nu nit genommen werden, zu damaliger Zeit, weil ja der Hof erstmal von der richtigen Landwirtschaft leben musste.“

Das Risiko beim Pflücken von der hohen Leiter zu stürzen war groß, dessen waren sich alle bewust. So versucht man sich gemeinsam mit anderen Anbauern abzusichern.
Jeder, der bei Tagesanbruch in die Plantage kam, rief: „Alibaba“.
Die schon Anwesenden antwortetet mit dem selben Ruf. So wusste jeder, wo man im Notfall Hilfe holen konnte. Einige Frauen beschrieben genau, wie man die Kirsche vom Ast zu brechen hat, damit der Stiel erhalten blieb. Deshalb wurden die Pflücker häufig „Kirschenbrecher“ genannt. Eine Kirsche ohne Stiel verlor an Werd, sowohl beim Verkauf als auch für den Eigenbedarf. Das Aroma geht verloren und sie verdirbt schneller.

Die Erntefeste fanden bei gutem Wetter statt, entweder im eigenen Garten oder an den Platz, an dem die letzen Kirschen gepflückt wurden. Dort entzündete man ein Lagerfeuer und es gab Kirschsuppe.

Anfang der 1960er Jahre verfügten nur sehr wenige Haushalte über eine Tiefkühltruhe.
Es war selbstverständlich, Kirschen für das ganze jahrvorrätig zu halten. So waren die Frauen nach dem Pflücken mit der Verarbeitung beschäftigt. Häufig erlernten sie diese von ihren Schwiegermüttern oder Müttern. Eine Frau erklärte, dass Süßkirschen nur mit Stein eingekocht werden sollten, weil sie ohne Stein keinen aromatischen Geschmack mehr haben. Werden die Süßkirschen entsteint, gab man ein paar Kerne in das Einkochglas.
Kirschkuchen gab es hauptsächlich zur Erntezeit, aber auch zu Festlichkeiten im Winter mit den eingeweckten Kirschen.

Der Gewinn war von den 1960er Jahren bis in die 1970er Jahren hinein ausgesprochen gut, danach nahm er stätig ab. Bis in die 1980er Jahre verkauften die Kirschenanbauer große Mengen Kirschenan Privatkunden. Dieses einträgliches Geschäft ging zurück, als Konserven günstig im Supermarkt angeboten wurden und frisches Obst saisonal unabhängig verfügbar wurde.

Text Sabine Knappe
Layout Oliver Ortmann

Kirschen aus Witzenhausen

Die Kirsche und Witzenhausen

In Deutschland wurden 2008 646 Süßkirschen und 174 Sauerkirschensorten gezählt.
Man muss dabei bedenken, dass viele Kirschen regional eigene Namen erhielten,
obwohl sie eine andere Herkunft hatten und überregional verbreitet sind, sodass durchaus Sorten mehrfach gezählt werden konnten [z.B.: Wendershäuser Ertragreiche ist identisch mit der Knauffs Schwarzen, ursprünglich aus Potsdam].

Bei den Süßkirschen wird unterschieden zwischen Herz- und Knorpelkirschen. Herzkirschen sind weicher, während Knorpel später reifen
und fester sind im Fruchtfleisch. In klimatisch „normal“ verlaufenden Sommern unterteilen die Bauern die Kirschenzeit in 7 Wochen:
Beginn: frühestens ab Mitte Mai; Auslaufend: Mitte/Ende August

Witzenhausen als Kirschenstadt
Witzenhausen ist eines der ältesten Kirschenanbaugebiete Deutschlands und eines der größten in Europa. 2008 wurden hier rund 150.000 Bäume auf 90 ha gezählt.
Belegt sind die Kirschen seit dem späten 16. Jahrhundert als Einnahmequelle neben dem Weinanbau. (Eckhardt, K.A.: Studia Wizzenhusana, 1530-1612).
Die Hochstämme wuchsen auf Äckern als Randbepflanzung oder auf Ackerterrassen,
wobei zwischen den Bäumen eventuell noch Kartoffeln oder Klee als Viehfutter wuchsen.

Eine Spezialisierung in Plantagen erfolgte jedoch erst in den 1920er Jahren.
Angepflanzt wurde das „Deutsche Normalsortiment“.
In Witzenhausen waren das 9 Sorten von 12 empfohlenen.
Das Sortiment wechselte je nach Ansprüchen der Kunden.
Aktuell werden dunkle, große und festfleischige Kirschen bevorzugt.
2008 wurden in Witzenhausen 57 Süßkirschensorten gezählt.
Darunter waren 53 alte Sorten (vor 1950), 4 neue plus 2 Sauerkirschsorten.
Der Schwerpunkt lag immer im Süßkirschenanbau.
Sorten, die nur in Witzenhausen vorkommen, sind die Frühe Spanische, die bis nach England verkauft wurde, die Oberrieder Pampel und die Steinknorpel.
Heute noch verbreitet sind beispielsweise Hedelfinger, Große Schwarze Knorpelkirsche, Schneiders Späte Knorpel und Büttners Rote Knorpelkirsche (Königskirsche).

Eine weitere Intensivierung erfolgte in den 90er Jahren mit der Umstellung auf kleinkronige Bäume und intensivem Plantagenanbau.
Heute sind über 80% der Sorten gefährdet, insbesondere die weichfleischigen Rotbunten.
Hier existiert das Vorurteil, dass helle Kirschen unreif seien.
In Witzenhausen werden Kirschen nur noch im Nebenerwerb angebaut.
Eine Konsequenz zum Sortenerhalt war 2007 die Gründung der Deutschen
Genbank Kirsche in Zusammenarbeit mit der Stadt Witzenhausen.

Sortenbestimmung
Eine der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zur Sortenbestimmung sind die Kirschsteine. Das Bundessortenamt besitzt eine umfangreiche Steinsammlung.
Das Leben der Witzenhäuser ist seit Jahrhunderten eng mit der Kirsche verbunden.

Eine Landfrau bringt es auf den Punkt: „Ich könnte mir gar nicht
vorstellen, mal so ganz ohne Kirschen zu leben, muss ich ganz ehrlich sagen. Bestimmt, wenn ich 80 oder, oder weiß ich, wenn ich das mal werden sollte
und ich bin noch fit, geh ich vielleicht nicht mehr auf die Leiter, aber unten rum pflück ich bestimmt noch.“ (aus Sonderausstellung: Universiät Kassel,
Stadt Witzenhausen, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Pomologen-Verein 2006, Kristina Krämer)

Der „Spitze“- oder auch „Spuckekuchen“ ist eine Witzenhäuser Spezialität.
Die wichtigste Zutat sind Süßkirschen mit Steinen. Die Kirschsteine verleihen dem Kuchen ein besonderes Aroma und geben ihm seinen Namen.

Zutaten:
500 g Quark
200 ml neutrales Pflanzenöl
200 ml Milch
10 EL Zucker
1 Päckchen Backpulver
550 g Mehl
3 Eier
2 Becher Schmand
1 Päckchen Vanillezucker
1 kg Witzenhäuser Kirschen (z.B. Kordia, Schneiders Spanische Knorpel, Hedelfinger oder Königskirsche)

Zubereitung:
Das Mehl mit 250 g Quark, 100 ml Öl, 100 ml Milch, 6 EL Zucker und dem Backpulver in einer Schüssel mit einem Schneebesen vermischen. Mit der Hand verkneten.
Der Teig soll nicht mehr an den Fingern kleben.
Ein Backblech mit Öl einfetten, den Teig darauf gleichmäßig verteilen (eventuell mit dem Nudelholz) und etwas eindrücken. Den restlichen Quark mit den 3 Eiern, dem Schmand, 100 ml Öl, 4 EL Zucker, 100 ml Milch
und dem Vanillezucker verrühren. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Die Quark-Eier-Masse auf den Teig streichen, Kirschen mit Stein darauf verteilen.
Rund 40 Min. im Ofen backen. Dazu schmeckt ein Glas Kirschwasser.

Text Sabine Knappe
Fotos & Layout cl&o

Quelle: A. Braun-Lüllemann, K. Hammer, V. Kulessa, A. Ploeger: Erhaltung der
Süßkirschensortenbestände in Hagen am Teutoburger Wald und in Witzenhausen, 2008
Deutsche Genbank Kirsche, Pillnitz

Die Mobile Gartenküche startet in den Documenta Sommer 2012

Netzwerk Script der Mobile Gartenküche zwischen den Nachbarschaftsgärten in Kassel, der Künstlergruppe AND AND AND und der d(13) im Documenta Sommer 2012

Netzwerkscript Mobile gartenküche d13

Die Mobile Gartenküche stellte sich zur dOCUMENTA im Ottoneum vor.
Die regionale Erdbeeren Ernte wird versüßt mit Holunderblütensirup und Blüten.

Holunderblütensirup

Holunderblütensirup

Holunderblüten

Holunderblüten

Salbeiblüten

Salbeiblüten

Feilchen- und Borretschblüten

Veilchen- und Borretschblüten

Non capitasism teagarden meets mobile kitchen at Ottoneum d(13)

Non capitasism teegarden meets mobile kitchen at Ottoneum d(13)