A Venezia

Wieder ein Biennale-Jahr! Für meine Freundin und mich ein willkommener Grund, nach Venedig
zu reisen. Es locken Kunst und Kultur und natürlich das Essen.

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Unser Tagesablauf:
Morgens Espresso und Cornetto am Tresen einer hübschen Pasticceria, dann Kunst,
dann Mittagspause in einem traditionellen Bácaro mit leckeren Häppchen, die sich Cicheti nennen
und Ombra di vino, dann Kunst, dann mit Aperitivo den Abend einläuten.

Kulinarisch kommt man in Venedig an Fisch kaum vorbei. Jedenfalls ist es von Vorteil, Pesce und
Frutti di Mare zu mögen, will man typische venezianische Spezialitäten kosten. Dazu bietet sich die
Einkehr in den Bácari an. In den schlichten Bars kann man sich durch eine individuelle Auswahl
hausgemachter Häppchen, den cicheti, probieren und dazu ein Glas Hauswein, Ombra, oder Prosecco
trinken. Im Angebot findet sich oft Baccalà mantecato, Stockfischpaste, Polpette fritte, Tintenfisch-
frikadellen, Sarde in saor, eingelegte Sardinen, Hackfleischbällchen, gefüllte Oliven, gegrilltes Gemüse
und Crostini mit diversen Belegen von Käse und Schinken und leckersten Aufstrichen.

Foto: Cicheti bei Al Bottegon von Fabio Lalli

Foto: Cicheti bei Al Bottegon von Fabio Lalli

Wir haben Cicheti in diesem urigen traditionellen Bàcaro gekostet:
Al Bottegon
Dorsoduro 2104, Fondamente dei Nani

Weitere empfehlenswerte Bácari:
Da Alberto
Cannareggio 5401, Calle Giacinto Gallino

Al Bacareto
San Marco 3477, San Samuele

Da wir das große Glück hatten, privat in einem alten Palazzo mit eigener Küche zu wohnen
und sich der wunderschöne Rialto Markt gleich um die Ecke befand, kochten wir desöfteren
zuhause, natürlich häufig Fischgerichte und Meeresfrüchte.

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Für ein bißchen Urlaubsgefühl zuhause, hier das Rezept für Insalata die Polpo, Tintenfischsalat.

1,2kg Pulpo (Tintenfisch)
1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe
Sellerieknolle, Lauch, Karotte, Petersilienstängel
2 El Petersilienblätter
2 Lorbeerblätter, Meersalz,
15 Koriandersamen, 2 Nelken, 30 Senfkörner
10 Pfefferkörner im Mörser zerstoßen
200 ml trockener Weißwein
100 ml Rotweinessig
1,2kg Kartoffeln fest kochend, geschält in Würfel geschnitten

Ca. drei Liter kaltes Wasser in einen großen Topf geben, den gesäuberten Tintenfisch und
alle Zutaten – bis auf Kartoffeln, Olivenöl und Petersilie – hinzufügen und auf mittlerer Flamme
langsam zum Kochen bringen. Den während des Kochvorgangs auf dem Kochwasser entstehenden
weißen Schaum immer wieder mit einem Schaumlöffel abschöpfen. Nach ca.15 Minuten Kochzeit
lässt man den Tintenfisch mit allen Zutaten im Kochfond auskühlen. Ein Teil des Fonds wird dazu
verwendet, die Kartoffelwürfel knapp bedeckt zu blanchieren.

Den abgekühlten Tintenfisch in ca. 2 cm große Stücke schneiden, die fertig blanchierten Kartoffeln
dazugeben. Petersilienblätter grob hacken und zum Salat geben. Mit Rotweinessig, Salz und Pfeffer
abschmecken. Ein großer Schwung Olivenöl zum Abschluss e Buon appetito!

Polpo mit Wein und Beilagen neu-web
Pulpo in der Pfanne web

 

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Tomate, Ziege, Sauerampfer mit Weizenmehl und La Chouffe … !

Sauerampfer1

Es ist mal wieder Fussballabend und es muss wie immer schnell gehen am Herd.
Die Gäste kommen gleich und die Vorberichterstattung läuft schon.
Sauerampfer, Tomate mit Ziegenkäse und Weizenmehl bilden heute
die Grundlage für das schnelle Rezept. Mein Rezept für den Pizzateig gibts hier.

Bei dem Belag geht es noch fixer.
1-2 El Olivenöl
frische Tomaten
Ziegenfrischkäse, Ziegenrolle
Handvoll Sauerampfer
etwas Salz und Pfeffer

…ready!

Zu Trinken gibt es das weiche, blumig-würzige La Chouffe von der Brasserie d’Achouffe
Ich finde das belgische Starkbier (8% Alc.) passt mit seiner feinen Zitrus-Koriander Note
ganz gut zur Sauerampfer-Tomate Pizza. Bestimmt aber auch zum Spiel heute Abend,
egal wie es ausgeht…

Gutes Spiel und vor allem Buon appetito und Vive La Chouffe!

La Chouffe

Lensa ond Schpätzle

Soida ond Lensa ond Schpätzle

Soida ond Lensa ond Schpätzle

Linsen und Spätzle. Was für eine Kombination. Wunderbar. Und dazu noch ein Wienerle.
Das ganze nennt sich dann natürlich Soida mit Lensa ond Schpätzle oder
Lensa ond Spätzle ond a berle Wienerla.
In Schwaben neben den Maultaschen vielleicht das „Nationalgericht“ schlechthin.
Der eine oder andere Schwabe wird sich vielleicht über die Schreibweise der Schpätzle wundern.
Bei meinen Recherchen fand ich unterschiedliche Schreibweisen (Schbätzle).
Da Spätzle auch mit P geschrieben wird, habe ich mich für diese Schreibweise entschlossen.
Sollte es dennoch falsch sein, seht’s mir nach, gel.

Rezept für etwa vier Personen.

200g Alb-Linsen, trocken
etwa 80g Speck
1 Zwiebel
1 Bd Suppengrün, Karotte, Sellerie, Lauch
1 EL Öl
etwa 500-600 ml Gemüsebrühe, gern auch selbsgemacht
1 Bd Schnittlauch
wer mag 4 Wienerle / Saitawirschtle
Pfeffer und Salz
Balsamico zum Abschmecken

Das Gemüse waschen und anschließend die Zwiebel, den Speck, die Karotte, den Sellerie
und den Lauch fein würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen und das Gemüse und Speck kurz anbraten
und etwa fünf Minuten dünsten. Die Gemüsebrühe ansetzen (oder fertige verwenden).
Die Linsen dazugeben und bei geschlossenem Topf etwa 20-30 Minuten garen.
Gelegentlich umrühren. Das Wasser für die Würstel aufsetzten.
Den Schnittlauch waschen und in feine Röllchen schneiden.
Die Wienerle im warmen Wasser garziehen lassen. Wichtig ist das Sie nicht kochen!
Die Spätzle zubereiten. Ganz wichtig keine getrockneten Spätzle verwenden.
Wer, wie Ich, keine Zeit oder das Equipment dazu hat nimmt frische Spätzle aus der Kühltheke.
Die Linsen, wenn sie bissfest sind mit Balsamico und Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Spätzle abgiessen und mit den Linsen auf einen Teller anrichten.
Die Schnittlauchröllchen auf die Linsen und zum Schluss die Saitawirschtle dazu.

Lassedseichschmegga!

Hessische Grüne Soße Pesto

Grüne Soße Kräuter

Die klassischen Grüne Soße Kräuter waschen, hacken mit Rapsöl,
etwas geröstetem Knoblauch, Hartkäse und gerösteten und gehackten Mandeln mischen.
Mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Alles in ein Glas geben, Deckel drauf und ab in den Schrank.
Passt ideal zu Mozzarella, frischem Sommersalat, als Dip oder zu gebratenen Würstchen und Fleisch.
Oder lieber gleich als klassisch hessisch-italienische Beilage zu Nudeln und Antipasti.
Eigentlich ist die Grüne Soße ein Frühjahrsklassiker in Hessen.
Traditionell am Gründonnerstag gibts die Soße mit Eiern und Kartoffel.
Die Sieben Kräuter gibts aber fast das ganze Jahr über, warum also nicht auch
im Sommer auf dem Teller?!

Guten Hunger und Buon appetito!

Speiseplan heute: Ceviche!

Ceviche

Bei rohem Fisch denken die meisten direkt an Sushi oder Sashimi,
oder vielleicht an Matjesbrötchen. Ceviche kommt aus ursprünglich aus Peru.
Von dort aus hat sich das Gericht in ganz Lateinamerika weiterverbreitet.
Eine andere Quelle besagt, dass spanische Seefahrer das Gericht mit nach Südamerika brachten,
da es ein einfache Methode war, Fisch auf langen Seereisen zuzubereiten.
Ceviche, in Limettensaft marinierter roher Fisch, gewürzt mit Kräutern und Gewürzen ist
ein Gericht das in unzähligen Varianten in Lateinamerika verbreitet ist.

Für Ceviche wird meistens Fisch mit weißem Fleisch verwendet,
aber auch Lachs oder Thunfisch eignen sich sehr gut.
Der Fisch wird dafür nicht gekocht, sondern in Würfel,
oder in Scheiben geschnitten und roh mariniert.
Das Eiweiß im Fisch denaturiert durch die Säure der Limette.
Der Fisch wird dadurch leicht „gegart“ wie beim Kochen.
Das Ceviche ist deshalb nicht komplett roh wie beim Sashimi, sondern leicht gegart.
Der Fisch sollte immer so frisch wie möglich und von sehr guter Qualität sein!

Zuerst wird der Fisch etwas gesalzen und anschließend eine Schüssel mit Limettensaft gelegt.
Etwas Zwiebel, Chili, Ingwer, Pfeffer, Salz und Gurke dazu.
Der Fisch bleibt so lange in der Marinade, bis er die Konsistenz hat die man möchte.
Das kann stark variieren von einer kurzen Viertelstunde bis zu einigen Stunden.
Wichtig ist das der Fisch mit der Marinade kandgestelt wird.
Wie gesagt, die Konsistenz ist ausschlaggebend.
Wenn das Ceviche zu sauer geworden ist, etwas Orange dazu.
Kurz vor dem Servieren die Korianderblätter garnieren.
Dazu passt hervorragend Maiskolben und gekochte Süßkartoffeln.
¡Que aproveche!

Ein schnelles Ceviche für zwei Personen braucht:

etwa 250 g weißfleischiger Fisch (z.B. Seeteufel, Steinbutt)
Saft von etwa 3 Limetten
1 rote Zwiebel, dünn geschnitten
1 kleine Chilischote, fein gehackt
etwas Ingwer, fein gehackt,
½ Gurke, geschält und fein gewürfelt,
Saft von etwa ½ Orange
etwas Salz und Pfeffer
etwas Koriandergrün

Info zum Fisch kauf:
Fischradtgeber
Greenpeace Einkaufsratgeber 2014

Es lebe das Beisl

Ubl

Das Beisl ist ein typisches Wiener Esslokal. Bodenständig, gemütlich und gutbürgerlich.
Der Begriff Beisl stammt wahrscheinlich aus dem Jiddischen – von „bajiss“ für Haus.
Das klassische Beisl ist geräumige, eher mit dunkel gestrichener Holzvertäfelung,
einfache Tische und Stühle. Die Küche ist bürgerlich, traditionell.
Von Fritatten- und Grießnockerlsuppe, Schnitzel und Innereien, Gulasch, Tafelspitz
und köstliche Mehlspeisen wie Palatschinken und Kaiserschmarren bestimmen die Speisekarte.
In Deutschland ist es mit dem Gasthaus zu vergleichen, wenn auch ohne
den typischen Wiener Oberkellner.

Ein besonders schönes und außerordentlich freundliches und leckeres Beisl ist das
Gasthaus Ubl in Wien/Wieden im 4.Bezirk in der Preßgasse.
Fern ab der touristischen Wege verläuft sich schon mal ein Piefke
mit seiner Frau oder ein italienisches Paar aus Trient ins Ubl.
Sprachliche barrieren werden durch das nette Personal, dem vorzüglichem Essen
und dem guten Wein bzw. Bier wettgemacht. Das Ubl ist ein Besuch werd!!!

Kalbsrollbraten

Geröstete Eierschwammerln mit Ei und Petersilerdäpfeln

Topfenknödel

Es lebe das Beisl!

Quelle:
Gasthaus Ubl, Preßgasse 26, 1040 Wien
FAZ
Falter.at