Lensa ond Schpätzle

Soida ond Lensa ond Schpätzle

Soida ond Lensa ond Schpätzle

Linsen und Spätzle. Was für eine Kombination. Wunderbar. Und dazu noch ein Wienerle.
Das ganze nennt sich dann natürlich Soida mit Lensa ond Schpätzle oder
Lensa ond Spätzle ond a berle Wienerla.
In Schwaben neben den Maultaschen vielleicht das „Nationalgericht“ schlechthin.
Der eine oder andere Schwabe wird sich vielleicht über die Schreibweise der Schpätzle wundern.
Bei meinen Recherchen fand ich unterschiedliche Schreibweisen (Schbätzle).
Da Spätzle auch mit P geschrieben wird, habe ich mich für diese Schreibweise entschlossen.
Sollte es dennoch falsch sein, seht’s mir nach, gel.

Rezept für etwa vier Personen.

200g Alb-Linsen, trocken
etwa 80g Speck
1 Zwiebel
1 Bd Suppengrün, Karotte, Sellerie, Lauch
1 EL Öl
etwa 500-600 ml Gemüsebrühe, gern auch selbsgemacht
1 Bd Schnittlauch
wer mag 4 Wienerle / Saitawirschtle
Pfeffer und Salz
Balsamico zum Abschmecken

Das Gemüse waschen und anschließend die Zwiebel, den Speck, die Karotte, den Sellerie
und den Lauch fein würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen und das Gemüse und Speck kurz anbraten
und etwa fünf Minuten dünsten. Die Gemüsebrühe ansetzen (oder fertige verwenden).
Die Linsen dazugeben und bei geschlossenem Topf etwa 20-30 Minuten garen.
Gelegentlich umrühren. Das Wasser für die Würstel aufsetzten.
Den Schnittlauch waschen und in feine Röllchen schneiden.
Die Wienerle im warmen Wasser garziehen lassen. Wichtig ist das Sie nicht kochen!
Die Spätzle zubereiten. Ganz wichtig keine getrockneten Spätzle verwenden.
Wer, wie Ich, keine Zeit oder das Equipment dazu hat nimmt frische Spätzle aus der Kühltheke.
Die Linsen, wenn sie bissfest sind mit Balsamico und Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Spätzle abgiessen und mit den Linsen auf einen Teller anrichten.
Die Schnittlauchröllchen auf die Linsen und zum Schluss die Saitawirschtle dazu.

Lassedseichschmegga!

Frühstück am Würstelstand Bitzinger

Bitzinger

Bitzinger

Der Würstelstand Bitzinger bei der Albertina ist scon am frühen Vormittag stark fragmentiert.
Das Bitzinger ist eines der wohl bekanntesten Würstelstand Wiens.
Von den Klassikern wie Käsekrainer, Debreziner, Frankfurter, Bosna oder Bratwurst über Currywurst
und Hot Dog bis hin zum Pferdeleberkäse oder Chilileberkäse finden man hier alles, was das Herz begehrt. Getreu dem Wiener Würstelstandmotto: Beim Würstelstand sind alle gleich!
n’Gut’n!

KÄSEKRAINER

Quelle:
Bitzinger

Saure Extrawurst mit Kernöl

Die saure Extrawurst mit steirisches Kürbiskernöl und feinen Zwiebeln schmeckt nach einen Wanderung rund um dem Ötscher besonderst gut. Verfeinert mit etwas Essig und Schnittlauch.
Der Begriff Extrawurst war mir neu. Ich kenn‘ sie als Stadtwurst oder als Gekochte.
Die Saure Extrawurst ist quasi die österreichische Version der Stadtwurst mit Musik.

Extrawurst

Die Extrawurst ist nicht nur eine Redewendung, sondern auch eine sehr beliebte
und leckere Wurst in Östereich. In Deutschland eher unbekannt,
ist die Extrawurst optisch mit der Lyoner oder der feinen Mortadella zu vergleichen.
Der große Bruder der Extrawurst ist der Leberkäse, der wiederum bei uns im Süden sehr beliebt ist.
Man findet sie in Österreich bei jedem Fleischhauer in Stangenform oder als Kranz in der Auslage.

Die Extra ist eine Brühwurst die vereinfacht gesagt aus Schwein, Rind, Speck,
Knoblauch, Salz, Gewürzen, etwas Stärkemehl und Wasser besteht.
Je nach Region unterscheiden sich die Gewürze natürlich.
In der Regel wird das Brät in Naturdärme gefüllt. Würste in Naturdärmen können
geräuchert werden und anschließend gebrüht werden. Kunststoffdärme werde nur noch gebrüht.
Geräuchert wird die Extrawurst mittlerweile eher seltener,
somit findet man sie Extra immer mehr in Kunstdärmen.
Hier bitte unbedingt die Haut vor dem Essen entfernen, denn wer ist schon gern Plastik!!!
Um die leichte Rosafarbe zu bekommen wird Nitritpökelsalz hinzugeführt.
Das Würschtl hat etwa 50 % Fleisch, 25 % Fett und 25 % Wasser.
Als Einlage im Eintopf, Wurstsalat oder auf der Semmel ist die Extra quasi das Fast Food Produkt.

Geschichte der Extrawurst:

Die Extrawurst war in Wien schon in den 20er und 30er Jahren des 19. Jahrhunderts bekannt.
Friedrich Schlögl (1821-1892) schrieb im Jahr 1881 in „Die Saison der Wurst“:
„Die Vorgeschichte der Würstl in Wien ist einfach: Man hatte in der glorreichen Ära der
zwanziger und dreißiger Jahre alles in allem genommen nur acht Sorten: die populären Selchwürstel,
die Cervelade (Savaladi), die Extrawurst, Bratwurst, Leberwurst, Blutwurst (Blunzen),
die familiäre Augsburger und die ganz vulgäre Preßwurst.
Erst später wuchs noch die exotische Knackwurst hinzu, die allmählich wieder neumodische
Specialitäten herbei zog, so daß wir dermalen mindestens an zwanzigerlei Varietäten
(darunter echte und auch in Simmering erzeugte Nürnberger, Braunschweiger, Gothaer,
Debreciner, rheinische, polnische etc.) Würste auf dem Repertoire der Speisezettel haben.“
Vermutlich war die zu dieser Zeit bekannte Extrawurst aber noch etwas gröber als heute,
bedingt durch die damalige Technologie.
Die Extrawurst ist keine Wurst, die auf bäuerliche Wurzeln verweisen kann.
Für die Herstellung benötigte man vor allem industrielle Geräte, die die feine Zerkleinerung
und den Aufschluss des Muskelfleisch (Eiweiß) erst ermöglichte.
Früher verwendete man mehr Rindfleisch als heute. Was die Wurst heute eher günstiger macht.

Varianten der Extrawurst:

Pariser / Pariser Spezial – sehr feine Extrawurst, höherwertiges Muskelfleisch
Knackwurst / Knacker
Salzburger / Speckwurst – fein zerkleinerten Wurstbrät mit eingelagerten Speckstücken
Die Salzburger wird im Westen Oberösterreichs auch als Speckwurst bezeichnet.
Sie darf aber nicht mit der in ganz Österreich bekannten Speckwurst verwechselt werden,
welche eine Fleischwurst ist!!!
Augburger – wird vielmehr im Kranz angeboten und wir nicht gepökelt (hellgraue Farbe)
Schübling: Variante der Knackerwurst die es nur im Vorarlberg gibt.

Kleines Brühwurscht Spezial:

Brühwürstchen: Wiener/Frankfurter Würstchen, Bockwurst, Debrecziner / Debreziner
Brühwurst, fein zerkleinert: Lyoner/ Zervelat, Weißwurst, Leberkäse, Burenwurst, feine Mortadella, Stadtwurst (Franken/Oberpfalz), Gekochte (Bremen)
Grobe Brühwurst: Mortadella, Jagdwurst, Krainer Wurst, Bierwurst, Krakauer
Brühwurst mit Einlagen: Käsekrainer, Bierschinken
Brühwursthalbfabrikate: Sind rohe Würste die zum schnellen Verarbeiten (Braten, Brühen, Backen)
verkauft werden. Hierzu zählen frische Bratwürste und roher Leberkäse.

Wer noch mehr über die Extra erfahren möchte, sei der wunderbare Blog / Podcast vom Tweezer ans Herz gelegt. Die Folge „Extrawurst“ vom Gabelbissen, so kocht Österreich findet Ihr hier.

Quellen:
Gabelbissen, so kocht Österreich
Wikipedia
BMLFUW

Spargel mit Bozner Soße, Kartoffeln und Bresaola

Kürzlich in Alto Adige kam mir folgendes Gericht nach einer schönen Wanderung
auf dem Salten auf den Teller. Margarete Spargel mit Bozner Soße und Schinken.

Terlaner Spargel

Schon vor 2500 Jahren war der Spargel in Griechenland bekannt.
Die Pflanze gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae).
Gegessen werden die Triebe des Gemüsespargels, der als sehr gesund gilt.
Spargel wird auch als königliches Gemüse bezeichnet.
Früher war der Spargel nur den Adeligen vorbehalten, da der Preis schon damals hoch war.

Der Wurzelstock der mehrjährigen Pflanze überwintert und treibt im Frühling wieder aus.
In Südtirol wird der weiße Spargel in Terlan angebaut. Diese Sorte nennt sich Margarete.

Grünspargel gilt als gesünder gegenüber dem Bleichspargel (Butterspargel),
weil er mehr Inhaltsstoffe und mehr wertvolle Vitamine enthält.
Grüner Spargel ist geschmacklich anders als Bleichspargel.
Ähnlich dem Unterschied zwischen Blumenkohl und Broccoli.
Weißer Spargel wächst unter der Erde. Vor der Erntezeit (etwa April bis Mai)
wird der Spargel angehäufelt, damit er in der Erde in Ruhe wachsen kann.
Gestochen wird er sobald der Spargelkopf das Licht erblickt.
Grünspargel wird dagegen nicht angehäufelt und wächst bereits in der Sonne.
Dadurch bildet der grüne Spargel die Stoffe, die er zur Photosynthese benötigt (grüne Farbe!).
Theoretisch kann aus weißem Spargel auch Grünspargel werden.
Jedoch gibt es inzwischen auch spezielle Grünspargel- und Bleichspargelsorten,
die speziell für den Grün- bzw. Bleichspargelanbau gezüchtet wurden.
Im Gegensatz zum Butterspargel, wird der Grünspargel kaum geschählt.

In Amerika ist grüner Spargel mehr verbreitet, dort kennt man den weißen Spargel kaum.
In Frankreich dagegen werden spezielle Bleichspargelsorten gezüchtet, die schon früh einen
violetten bis blauen Kopf bilden. Dieser gilt als besondere Delikatesse.
Während hingegen in Deutschland eher die weiße Spargelköpfe bevorzugt werden.

Spargel kann man prin­zi­pi­ell auch roh essen. Der typische Spargel Geschmack
entfaltet sich jedoch erst beim Kochen. Roh ißt man am besten die kleinen Triebe.
Weißer Spargel ist in etwas 20 Minuten in Wasser gargezogen bzw. in der Pfanne gebraten.

Rezept für Bozner Soße, für zwei Personen:
2 Eier
1 TL Senf
120 bis 150 ml Öl
ca. 2 EL warmer Fleischfond oder Wasser
1 Bd. Schnittlauch
Salz und Pfeffer

Als Hesse kommt mir natürlich gleich der Vergleich zur Grünen Soße in den Sinn.
Für die Bozner Soße die Eier hart kochen und mit kaltem Wasser abschrecken.
Das Eigelb vom Eiweiß trennen. In einer Schüssel das Eigelb mit Senf und Fleischfond
gut mischen, dann das Öl einrühren, mit Pfeffer und Salz würzen, den Schnittlauch hacken
und dem ebenfalls feingehackten Eiweiß vermischen.
Die Bozner Soße ist sehr mächtig, also vielleicht nichts für jeden Tag 😉

Für ein Spargel-Schinken Rezept eignet sich eigentlich jede Art von Schinken.
Was schmeckt ist erlaubt. Von Bresaola über geräucherten oder luftgetrockneten Schinken
bis Südtiroler Speck oder auch gekochter Schinken geht eigentlich alles.
In Deutschland habe ich auch regionale Unterschiede festgestellt.
Im Süden habe ich den Kochschinken etwas dicker gegessen als im Norden.

Spargel Bozner Soße

Eins meiner Lieblings-Spargelrezepten bleibt daher aber der gebratene Spargel mit Ruccola und Zitrone.
Diese Spargelvariante kommt in der Spargelzeit (April/Mai) fast wöchentlich auf den Tisch.

Spargel mit Rucola1

 

Quelle:
Terlaner Spargel
Spargel Wirte in Südtirol
Spargel Wanderungin Südtirol
Inhaltsstoffe im Spargel
Spargelzeit

Illustration Asparagus

Fleischatlas 2014 – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel

Fleischatlas_Cover_2014

Unser Essen hat eine politische und ethische Dimension und stellt immer wieder aufs Neue Fragen an unsere Verantwortung. Nachdem der Fleischatlas 2013 gezeigt hat,
welche Auswirkungen Europas Fleischkonsum auf die
Schwellen- und Entwicklungsländer und auf das Klima hat,
bringt der Fleischatlas 2014 Licht ins Dunkel des „Big Business“ Fleisch – von Europa, über die USA bis hin zu den
aufstrebenden Volkswirtschaften China und Indien.

Wie viele Tiere werden in Deutschland und der Welt jährlich geschlachtet? Wer profitiert vom billigen Fleisch?
Welche Hormone landen ungewollt auf unserem Teller
und wie viele Pestizide werden eingesetzt?
Der Fleischatlas stellt globale Auswirkungen des steigenden Fleischkonsums dar.
Die Heinrich-Böll-Stiftung, BUND und Le Monde Diplomatique fordern ein umdenken.

BUND.net
Fleischatlas 2014
Fleischatlas 2013

Blaue Zipfel

Blaue Zipfel oder auch Saure Zipfel ist ein klassisch fränkische Bratwurstgericht.
Fränkische Brätwürste unterscheiden sich in Größe und Verarbeitung von den kleinen und feineren
Nürnberger Rostbratwürsten, die nur im Nürnberger Raum hergestellt werden dürfen.
Die Nürnberger Rostbratwürste werden meist in einem Brötchen, Drei im Weggla,
oder auf Sauerkraut, Sechs auf Kraut, mit Senf oder Meerrettich serviert.
Und natürlich gibt’s zur Röstbratwurst auch mal ’nen Kartoffelsalat.

blaue zipfel

Blaue Zipfel (weil die Würstel beim Garen leicht blau anlaufen) werden in einem
Wein-Essigsud bei milder Hitze sanft gegart.
Zu dem Sud werden neben Weißwein (Silvaner, Müller-Thurgau, Riesling oder auch Weißweinessig)
auch reichlich Gemüsezwiebeln, Lorbeerblatt, Pfefferkörner, Wacholderbeeren,
Nelken und eine Prise Zucker gegeben.
Wer sich Zeit nehmen mag kann noch feingeschnittenes Suppengrün (Lauch, Möhre, Sellerie)
hinzugeben und mehrere Stunden ziehen lassen.
In dieser Zeit geben die Gemüse und die Gewürze ihre Aromen an den Sud ab,
was den Geschmack natürlich intensiviert.
Gut eine halbe Stunde vor dem Essen die Würstl in den Sud geben und ziehen lassen.
Wer keine Zeit hat, nimmt einen Gemüsefond, Zwiebel und die Gewürze zusammen
mit den Bratwürsten und läßt das ganze etwa 30-40 Minuten simmern.
Die Zipfel kommen mit den Sud auf den Tisch. Eine gute Scheibe Brot und
natürlich ein mittelscharfen Senf dazu. Wer den Sud etwas weniger sauer mag
kann auch ein Helles Bier (Nur kein Pils!) anstatt dem Weißwein geben.
Fränkische Bratwürste werden meist mit Majoran gewürzt.
Wer also gegen Ende der Garzeit etwas frischen Majoran zugibt, verstärkt diese Geschmack.

Rezept für Blaue Zipfel / Saure Zipfel für vier Personen:
pro Person vier bis sechs Nürnberger Bratwürste
½ l Frankenwein oder ½ l Helles fränkisches Bier
½ l ml Wasser
einen Schuß Weißweinessig
zwei große Gemüsezwiebel (in dünne Scheiben)
Sellerieknolle, Möhre, Lauch (Menge nach Geschmack, fein geschnitten)
drei Nelken
eine Handvoll Wacholderbeeren und Pfefferkörner
ein Lorbeerblatt
Salz
eine Prise Zucker
Mittelscharfer Senf