Krause Glucke / Fette Henne

Für den Laien optisch anfangs kaum vom Badeschwamm zu unterscheiden,
ist die Krause Glucke ist der Beweis, dass auch Parasiten gut schmecken können.

Frausse Glucke

Der Lebensstil der Krause Glucke oder Fetten Henne klingt erst einmal wenig appetitlich.
Als sogenannter Parasit ernährt sich die Henne von Verrottendem.
Sie dringt in den Stamm ein und sorgt dort für Braunfäule.
Außen aber sprießt ab dem Spätsommer ein blassgelber Fruchtkörper.
Für den Laien auf den ersten Blick kaum vom Badeschwamm zu unterscheiden,
befriedigt er die Sehnsucht nach Kulinarik ebenso wie den Wunsch nach Regionalem.
Er ist selten genug, um besonders zu sein, wächst aber dennoch so häufig,
dass die Suche nach ihm nicht völlig frustriert.
Gegart hat die Glucke eine ähnliche Konsistenz wie feste Morcheln.
Die Krause Glucke schmeckt pilzig, nussig und waldig, was auch daran liegt,
dass selbst der pedantischste Putzer eine gewisse Menge Wald mit verspeist.
Deshalb gilt hier der oberste Hinweis: Bloß nicht waschen!!!
Weil sonst die Krause Glucke stark an Geschmack verliert.
Das Aroma ist nicht so kräftig wie beim Steinpilz, aber auch weniger süßlich als der Pfifferling.

Zubereitung:
Die Henne wird wie Blumenkohl in ihre Bestandteile zerlegt sowie der Strunk entfernt.
Mit einem Pinsel den gröbsten Dreck, wie Erde, tote Käfer oder Fichtennadeln
aus den Verästelungen kehren. Anschließend wird der Parasit in kleine Stücke gezupft
und nur ganz kurz gegart, etwa scharf angebraten,
bis der Pilz kein Wasser mehr läßt und nur etwas Farbe verliert.
In etwas Nussöl und Essig mariniert und lauwarm gegessen, oder in Streifen geschnitten und
zu Linguine mit etwas Zitronen-Sahne-Soße serviert.
Eingelegt mit Walnüssen, oder zu Fisch (Karpfen, Forelle) schmeckt die Glucke ganz ausgezeichnet.

Je nach Witterung kann man den Pilz schon im Spätsommer bis in den Herbst finden.
Dies Jahr ist es schon recht früh der Fall. Da die Henne gerne an den gleichen Plätzen wächst,
sollte man sich das Gluckenrevier gut merken. 
Wer einmal eine entdeckt hat, kann im nächsten Jahr wieder zur Ernte kommen.
Den solange genug Kiefern da ist, treibt der Pilz jede Saison wieder am gleichen Stamm aus.

Petri Heil und Bon Appetit!

Quellen:
Natur Lexikon
Wikipedia

Ab in die Pilze!

Nach einem ausgesprochen feuchten August und den nicht viel schöneren September,
ist die Saison für Pilzsammler und Bestimmer in vollem Gange.
Damit Pilze optimal gedeihen können, benötigen sie unter anderem bestimmte Wetterlagen.
Eine feuchte Witterung und milde Temperaturen, was meist erst im Spätsommer und Herbst gegeben ist.
Schädlich sind Temperaturen über 25 und unter 0 Grad.
Gleichzeitig fördern Regen, Nebel, Tau und etwas Sonne das Wachstum.
In diesem Jahr könnte die Pilzernte also durchaus etwas üppiger ausfallen.
Vielerorts hat die Pilzsaison durch die feuchte Witterung der letzten Wochen
auch schon etwas früher begonnen.
Zur Freude aller gibt es dies Jahr auch Exemplare die es nicht so oft zusehen gibt.
Generell gilt aber: Zu fast jeden essbaren Pilz gibt es ein ungenießbares bis giftiges Gegenstück,
das dem Speisepilz zum Verwechseln ähnlich sieht. Deswegen sollten Pilze ohne Expertenhilfe
nur dann geernten und gegessen werden, wenn man sie zweifelsfrei identifizieren kann.

Meine bisherige Ausbeute sind neben den geliebten Steinpilzen und Pfifferlingen,
die Krause Glucke, die Nebelkappe und der Violette Trichterling. Mal schauen was noch kommt.

Petri Heil!

Krause Glucke

Nebelkappe, Nebelgraue Trichterling

Violetter Schleierling

Quelle:
Pilzschule
Pilzforum
Pilzlexikon
NABU
Deutsche Gesellschaft für Mykologie