Wildkräuter sammeln: Giersch

Giersch

Giersch wächst generell überall und wuchert gern so vor sich hin.
Überwiegend ist er auf Wiesen, am Wegsrand und Waldrändern zu finden.
In der Regel wächst Giersch auf stickstoffreichen und schattigen Böden.
Für die meisten Gärtner ist der Giersch eher ein lästiger Bodendecker.
Aber vielleicht sollte man in öfter in sein Essen integrieren und ihn so „artgerecht bekämpfen“.
Die jungen, frischen Triebe schmecken nämlich lecker und sind sehr gesund.
Ältere Blätter sind im Geschmack intersiver und etwas strenger im Geschmack.
Giersch ist sehr reich an Vitaminen (Vit.A + C), Mineralstoffen (Kalium, Eisen) und ätherischen Ölen.
Das „Unkraut“ kann ganzjährig gepflückt und gegessen werden.
Im Volksmund ist Giersch auch unter dem Namen Zipperleinskraut, Dreiblatt
oder auch Geißfuß bekannt.

Giersch

Geschmacklich ist Giersch mit der Petersilie zu vergleichen.
Verwendung findet er frisch gewaschen und gezupft in Salaten oder Suppen.
In größeren Mengen kann man Giersch auch wie Spinat in der Küche verwenden.
Hier ist die Verwendung (Knödel, Gnocchi…) vielfältig.
Giersch läßt sich auch mit Brennnesseln und Löwenzahn gut kompinieren.

Auch als Limonade mit Zitronen, Minze, Melisse, Mineralwasser und etwas Zucker
ist er ein toller Durstlöscher an warmen Tagen.

Gierschlimonade

Wer eine Frühjahrsentschlackungskur machen möchte, kann das Kraut auspressen
und mit Wasser verdünnt (Verhältnis 1:5) über den Tag verteilt trinken.
Die Kur regt den Stoffwechsel an und hilft zu entschlacken.
Aber Vorsicht: Zu viel davon macht Durchmarsch!

Falls man die Blätter nicht regelmäßig aberntet kann man diese von
Mai bis Juli pflücken und ab Juli und August die Früchte ernten.
Wer Giersch nicht im ganzen Garten haben möchte, sollte ihn regelmäßgt ernten oder ausstechen.

Wer Giersch sammeln möchte, sollte vorher klären, ob es sich auch tatsächlich um das Kraut handelt. Bärenklau sieht dem Giersch auf dem ersten Blick ähnlich.
Bärenklau ist giftig und kann bereits bei Berührungen phototoxisch wirken.
Giersch lässt sich leicht durch seine Blattform unterscheiden.
Bärenklau hat gefiederte bis geschwungene Blätter, wohin gegen sich der Giersch mit seinen gezackten Blättern deutlich unterscheiden. Hier ist das Synonym Dreiblatt sehr treffend!!
Ein Foto gibts hier.

Gierschblüte

Quelle:
Futter von der Wiese
Wildpflanzen Liebe
Essbare & giftige Wildpflanzen

Brennnesselravioli #Mittagstisch

Brennnesselravioli

Ich geb zu, ganz so schnell ist das Rezept nicht.
Auf jeden Fall muss man Ravioli selber machen. Da sie dann erst richtig gut schmecken.
Wer eine größere Portion vorbereitet, hat später ein schnelles Essen auf dem Teller.
Das Grundrezept für die Ravioli findet ihr hier.

Für die Füllung:
50 g Butter
2 Schalotten, fein gechnitten
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
100 g Quark, 20% Fett i.Tr.
100 g Parmesan
Muskatnuss, Kardamon, Salz, Pfeffer

Für die Raviolifüllung nur die frischen Triebe der Brennnessel verwenden.
Da diese leckerer, aromatischer und vitaminreicher sind als die großen Blätter.
Pro Person eine gute Handvoll Brennnesselblätter pflücken. Die Triebe waschen und trocken tupfen.
Anschließend mit Schalotten und etwas Butter in eine Pfanne geben.
Wer mag kann auch etwas Knoblauch dazu geben.
Alles einige Minuten an dünsten und anschließend gut abkühlen und abtropfen lassen.
Parmesan und Quark dazugeben mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Vielleicht auch etwas Kardamon dazugeben. Gut vermischen und die Raviolis füllen.

Die Ravioli in kochendes Wasser etwas 5 Minuten garen.
In einen Casserole die Butter erhitzen bis diese hellbraun wird. Petersilien fein hacken.
Alles auf einen Teller und zum Schluß etwas Parmesan über die Pasta geben.

Buon appetito!

Brennnesselravioli

Brennnessel

Brennnesselfüllung

Nudelmaschine

Ravioli

Pasta rändern

Mittagstisch | „Das Sieben Geißlein Mahl“ – Der Knödel als Begleiter, oder der Knödel ist ein Saucengrab

Es gibt einiges für das ich alles stehen lassen würde. Dazu gehört auf jeden Fall der Knödel!
Bei Knödeln setzt es aus bei mir. Da kenn ich nix und vor allem keine Freunde mehr.
Sorry Freunde! Aber Resteessen geht da meistens nicht 😉
Anschließend fühlt sich das ganze so an, als ob ich „Sieben Geißlein“ gefressen hab‘.

Speckknödel mit Pfifferlingsauce und Filet

Meiner Meinung nach gibt es keinen richtigen Unterschied zwischen einen Kloß und einem Knödel.
Knödel können genauso wie Klöße aus Kartoffeln sein (Halbseidene/Seidene Knödel, Gefüllte Kartoffelknödel, Zwetschgenknödel). In Norddeutschland sagt man eher Kloß als Knödel.
Im Süden genauer in Franken gibt es die Variante Kloß genauso wie den Knödel.
Wobei man im gesamten bayerischen Raum eher Knödel sagt. Ebenso in Österreich und Südtirol.
Umgangssprachlich sagt man aber der Einfachheit halber zu Knödeln aus Kartoffeln eher Kloß.
Wobei Knödel eher mit Mehl hergestellt sind.
Aber wie gesagt da gibt es eigentlich nur regionale Unterschiede als texturliche.

Kartoffelklöße die je nach Zugabe von Kartoffelstärke als Halbseidene (ca. 1/3 der Kartoffelmasse) und als Seidene Klöße (ab ca. 1/3 der Kartoffelmasse) bezeichnet. Kurz, je mehr Kartoffelstärke desto seidiger der Kloß. Halbseidene Klöße werden sowohl als auch geriebenen als auch aus Pellkartoffeln gemacht.
In die Mitte des geformten Kloßes wird gern auch ein gerösteter Crouton gegeben.
Je nach Region werden die Halbseidene Klöße auch als Baumwollene Klöße (Franken), Watteklöße (Leipzig) oder Zampe (Thüringen). Für alle Varianten gilt aber der Grundsatz: „Der Knödel ist ein Saucengrab“

Fleischklöße werden in Nord- und Ostdeutschland Klopse genannt. Daher auch die Bezeichnung Königsberger Klopse. Knödelvariationen gibt es zuhauf. Ihren Ursprung haben sie aber alle in Böhmen. Dort werden sie auch Knedlík oder auch Knedlíček genannt.

Eigentlich sind Knödel in alle Variationen fantastisch. Ob Semmel-, Speck, Brezn-, Kräuter-, Brennnessel-, Pilz-, Servietten-, Topfenknödel oder Griesnocken.
Ich liebe sie alle. Es gibt bei der Zubereitung kleine Unterschiede in der Mengenangabe.
Für Semmelknödel nehm‘ ich immer etwas mehr Brot (200 g) da ich die Knödel hier etwas größer mache, als bei den Speckknödel. Ebenfalls bei den Breznknödel, Pilz- und Kräuterknödel. Bei Breznknödel nehm ich auch etwas mehr Milch (150 ml). Für Kräuterknödel eignen sich Majoran, Petersilie, Schnittlauch und Kerbel hervorragend.
Werden Pilzknödel/Schwammerlknödel (in der Regel Steinpilze) gemacht, verwende ich am liebsten frische Pilze (150 g).
Sind nur getrocknete Pilze zu haben (etwa 20 g) ist das auch gut. Dazu etwa eine Knoblauchzehe.
Ein Pilzknödel verträgt auch in der Regel mehr Ei (also ein Ei mehr!). Für Brennnesselknödel nehm ich gern zu je gleichen Teilen Brennnesseln und Käse (1.1 = je 100 g). Beim Brennnesselknödel verwende ich wie beim Kaspressknödel ca 100-120 g Bergkäse. Je nach Einschlag und Gusto kann man auch gern einen Tilsiter, Graukäse oder auch Gorgonzola nehmen. Spinatknödel brauche viel Spinat. Mein Verhältnis von Spinat und Brot ist hier 150:100 g. Zum Spinatknödel kommt noch etwas Käse (30 g Bergkäse) und nur etwa 50 ml Milch und ein Prise Muskatnuss und Pfeffer.
Neben dem Spinatknödel ist die Variante aus Rohnen in Südtirol sehr beliebt. (Rohnen = Rote Bete) Das Verhältnis von Roter Bete und Brot ist nahezu gleich (100:120 g). Natürlich verwendet man hier nur gekochte und in Würfel geschnittene Rohnen/Rote Bete. Ca. 50 g Käse (Graukäse, Gorgonzola) runden den Knödel ab.
Die Herzhaften Gerichte mit Knödelbegleitung sind Braten, Ragout oder auch Gulasch.
Knödel schmecken auch hervorragend mit Soße (Kloß mit Soß). Im Salat schmeckt der Speckknödel wie der Breznknödel ganz ausgezeichnet. In Suppen kommen mir meist Leberknödel, Grießknödel und ein Speckknödel. Grießnocken werden aus etwa 120 g Grieß, 60 g Butter Salz und einer Prise Muskat gemacht. Für die Suppe sollte man mageres Rindfleisch, Wurzelgemüse und ein paar Kräuterverwenden. Wenn Rindsknochen auf zu treiben sind, rundet das das ganze noch etwas ab.
Serviettenknödel schmecken am besten zu Rindergulasch. Sie heißen deshalb so, weil man früher die Knödelmasse in Servietten oder ein Leinentuch gerollt hat und sie so in Wasser gesiedet oder auch in das eine Wasserbad gedämpft hat. Heute kann man auch Frischhaltefolie verwenden. Anschließend werden einzelne Scheiben aus der Masse wie bei einem Braten geschnitten und serviert. Der Serviettenknödel kann als Hauptspeise oder auch als Nachspeise serviert werden.
Zu meinen absoluten Favorits bei den Süßspeisen zählen die Marillenknödel (Rezept siehe unten).
Süße Knödel werden in der Regel aus Topfen (Quark), viel Zucker und Butter hergestellt. Mit Marzipanfüllung und Blüten als Deko unschlagbar. Weitere Klassiker sind Zwetschgenknödel, Erdbeer-Schokoknödel und der Germknödel.
Zwetschgen- und Erdbeerknödel Knödel werden aus einem Teig aus mehlig kochenden Kartoffeln gemacht. Während der Germknödel aus Hefe, Milch, Mehl, Zucker Ei und etwas Salz gemacht wird. Bestreut wird der Germknödel mit Mohn und zerlassener Butter.

Wenn man wirklich noch Knödel vom Vortag übrig hat, sind die Eingeschnittenen Knödel/ Klöße mit Schnittlauch und Ei auch nicht zu verachten.

Knödel sind Kindheitserinnerungen und vielleicht auch deshalb unverzichtbar.
Leibspeise und Good Feel Food zugleich. Stellvertretend für sämtlich Knödelrezepte
hab ich hier den Speckknödel und den Marillenknödel aufgeschrieben….Bon Appetit!

Speckknödel
Zutaten für 12 Knödel / 4 Personen:
150 g schnittfesten Weißbrot, Brötchen oder Knödelbrot
1/2 Zwiebel (~30-50 g )
2 EL Mehl
1 EL Butter
60-80 g Speck, in feine Würfel geschnitten, ggf. auch etwas anrösten
100 ml Milch
ca. 2 Eier
1-2 EL Petersilie oder Schnittlauch, fein geschnitten/ gehackt

Das Knödelbrot / Brotchen / Weißbrot muss trocken sein.
Das Brot in kleine Würfel schneiden, sofern kein Knödelbrot vorhanden ist.
Die fein geschnittenen Zwiebeln, in Butter dünsten, über das Brot geben und vermischen.
Das Mehl und den Speck (Menge kann nach belieben variieren) dazugeben.
Milch; Eier, Petersilie und das Salz dazugeben und gut vermischen.
Die Masse etwa eine halbe Stunde ziehen lassen.
Anschließend Knödel formen und einen Probeknödel ca 10-15 Minuten in Salzwasser sieden lassen.
Wenn er nicht auseinander fällt, die restlichen Knödel halb zugedeckt 15 bis 20 Minuten sieden lassen.

Marillenknödel
Zutaten für etwa 8 Knödel / 4 Personen

Für den Teig:
300 g Topfen / Quark, Topfen darf nicht nass sein!
80 g Butter, weich
20 g Zucker
1 Pkg. Vanillezucker
1 Pr. Salz
2 Eier
100 g Mehl

Für die Füllung:
8 Marillen / Aprikosen

Weiteres:
50 g Butter
100 g Weißbrotbrösel
2 EL Zucker
½ – 1 TL Zimt
50 g Butter zum Abschmälzen
Lavendelblüten

Topfen in ein Leinentuch geben und gut abtropfen lassen.
Marillen waschen, trocknen, einschneiden, Kern heraus nehmen
Butter, Zucker, Vanillezucker und die Prise Salz schaumig rühren.
Die Eier, Topfen und das Mehl einrühren.
Den Teig etwa 15 Minuten im Kühlschrankzugedeckt ruhen lassen.

Den Teig 1 cm dick ausrollen und 8 rechteckige Blätter ausschneiden.
Die Marillen in den Topfenteig geben, gut verschließen und zu Knödeln formen.
In kochendem Salzwasser ganz leicht ca. 15 Minuten sieden lassen.

Butter zerlassen und die Brösel unter ständigem rühren leicht rösten.
Die Marillenknödel aus dem Wasser fischen und gut abtropfen lassen
und in den gerösteten Bröseln wälzen, mit dem Zimt-Zucker Gemisch bestreuen.
Anschließend mit der restlichen Butter abschmälzen.

Mit Lavendelbüten anrichten.