Pasta e basta

Grundrezept für eine „schnelles“ Pasta Rezept für etwa vier Personen:
500g Weizenmehl
4-5 frische Bio Eier, Größe M
etwas Mehl zum Bestäuben

Als Variation zum Weizenmehl, kann man auch noch die gleiche Menge Hardweizengries hinzufügen.
Also je 250g Gries sowie 250g Mehl. Dann wird der Teig gelber und etwas fester.

Wenn der Teig etwas zu feucht oder zu klebrig ist, fehlt etwas Mehl.
Ist er zu trocken braucht’s noch ein Ei.
Ich mache immer Eier in meine Nudeln. Sie schmecken dann einfach leckerer.
Das ganze funktioniert aber auch wenn man die Eier weg läßt.
Ich kenn jedoch keine Italienische Mama die Nudeln ohne Ei herstellt 😉
Meiner Meinung nach sind die Eier essentiell. Sie müssen aber frisch sein!

Alle Zutaten werden zu einem glatten, feinen und seidigen Teig verarbeitet.
Dies kann je nach Übung etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Anschließend wird der Teig zum Ruhen in Folie gewickelt und kurz zur Seite gelegt.
Soll der Teig erst am Anderen Tag verarbeitet werden kommt der Teig in den Kühlschrank.
Meiner Erfahrung nach, hält sich der Teig etwa drei, vier Tage frisch.
Aber nicht vergessen im Teig sind rohe Eier.

Der Teig kann nach dem ruhen mit dem Nudelholz oder einer Pastamaschine aus gerollt werden.
Für Ravioli oder Tortellini sollte der Teig nicht dicher als 1- 1,5 mm dick sein.
Für Pappadelle, Tagliatelle oder auch Spaghetti können sie auch etwas dicker sein. Je nach Gusto.

Pastateig Variation:

Rote Pasta
Für eine Rote Pasta nehme ich immer Rote Bete.
Man kann aber genauso Tomaten und auch rote Paprika verwenden.
Die Rote Bete in einer Alufolie mind. 30 Minuten im Rohr backen.
Anschließend pürieren und unter die Zutaten mischen.
Da die Rote Bete sehr feucht ist kann man mind. zwei Eier für die Pastagrundmischung weglassen.
Den Teig wie oben verarbeiten und ruhen lassen.

Gelbe Pasta
Hierführ läßt sich prima ein Kürbis verwenden. Den Kürbis (Hokkaido, Butternut) halbieren,
entkernen und in Alufolie mind. 30 Minuten backen. Die Zeit ist abhänig von der Größe des Kürbis.
Den Kürbis pürieren und unter die Pastazutaten mischen und verarbeiten.
Auch hier kann man gut auf ein bis zwei Eier in den Pasta Grundrezept verzichten.

Grüne Pasta
Für Grüne Pasta kann man Mangold oder auch Spinat verwenden.
250 bis 300g Mangold/Spinat waschen, blanchieren, gut ausdrücken, klein hacken und anschließend mixen.
Den Mangold oder Spinat zu den anderen Zutaten geben und verarbeiten.
Auch hier bitte ein bis zwei Eier weniger verwenden.



Swiss Chard Tasting dOCUMENTA (13) – eine Rückschau

Der Schweizer Künstler Christian Philipp Müller war Gastgeber des Swiss Chard Tasting in der Karlsaue. Zwischen Küchengraben, an welchem sich die dOCUMENTA-Arbeit des Künstlers, die Swiss Chard Ferry befindet und Kunsthochschule, Arbeitsplatz von Christian Philipp Müller, dort Rektor seit 2011, fanden sich in freudiger Erwartung an einem Nachmittag im August eine neugierige Schar von etwa 150 Besucher ein, um 10 Mangoldgerichte und 60 verschiedene Mangoldsorten zu probieren. Die Wiese vor der Kunsthochschule, auf der sich normalerweise Studenten zum Essen in der Uni Kantine treffen, wurde zum großen Outdoor- Restaurant.

Gekocht wurde nach einer bunten Rezeptmischung von Köchen aus der Region, Fusion Food mit Einflüssen aus dem Nahen Osten, aus Kochbüchern wohl geschätzter Köche (Ottolenghi), toskanisch, türkisch, spanisch von Mit- und Zuarbeitern der dOCUMENTA (13) und – das muss erwähnt werden – einer interessanten Auswahl Schweizer Hausmannskost, auch aus dem persönlichen Umfeld des Künstlers. Allen voran die Krautstiele in Mehlschwitze aus dem Kriegsbuch der Mutter von Christian Philipp Müller schmeckten großartig: Samtig und süßlich, die Capuns, Mangoldwickel aus dem Bündnerland lockten mit einer nicht alltäglichen körnigen Füllung mit Salsiz und Bündner Fleisch. Außerdem gab es Mangold in Verbindung mit unterschiedlichsten Teigvarianten. Ravioli, Quiche, Calzone und geschmacklich abwechslungsreiche Kombinationen von süß-sauer in Verbindung mit Hülsenfrüchten wie Kichererbsen oder Berglinsen.

Mangold wurde von Samenzüchtern im 19. Jahrhundert als „Swiss Chard“ bezeichnet als Unterscheidung zum „French Spinach“. Die Vielfalt der Rezepte macht deutlich, wie weit verbreitet Mangold in der ganzen Welt ist. Das hat, wie Prof. Finckh in einem kurzen wissenschaftlichen Exkurs ergänzte, mit der guten Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche klimatische Bedingungen zu tun. So wird Mangold in der ganzen Welt gezüchtet, gepflanzt, geerntet und gegessen. Wir Gäste kamen an diesem Nachmittag in den Genuss, über 30 Sorten Mangold nach Geschmack, Farbe, Konsistenz zu testen und eine einzelnen Gemüsesorte in ihrer ganzen Vielfalt zu erfahren. Zu danken ist dabei auch den Agrarstudenten des Uni Kassel-Ablegers in Witzenhausen, die Samen aus aller Welt bestellt und den Mangold für die Kunstaktion angebaut hatten. Auch das Timing passte: Mit Ruhe alle Gerichte und Mangoldsorten durchprobiert, zufrieden mit gefülltem Bauch und zahlreichen geschmacklichen und visuellen Eindrücken versorgt, kam es zu einem zügigen Abschluss des Food-Events durch einen sich schon vorher angekündigten, aber verständnisvoll abwartenden Regenschauers, der die Gäste des Mangold-Tastiongs dann schnell vertrieb.

Danke für diesen schönen Nachmittag!

Claudia Tobisch