Schmanddippen

Schmand

Ohne Schmand geht in der nordhessischen Küche nicht viel.
Quasi ein Heiligtum der Nordhessen neben der Ahlen Wurscht, Speckkuchen, Schepperlingen,
Weckewerk und der Griene Sose.
Genaugenommen ist Schmand eines der Regionalprodukte, die es so auch in
Südniedersachsen und im angrenzenden Thüringen gibt.
Schmand wird zum eindicken von Soßen und Suppen, für Aufstriche und Dips
oder aber auch zum Backen des sehr beliebten Schmandkuchen und Schmandwaffeln verwendet.
Der Speck- und Zwiebelkuchen kommt ohne Schmand nicht wirklich aus.
Kurz, Schmand veredelt einfach alles, quasi ein nordhessisches Delikatesse!

Schmand ist ein Sauermilchprodukt das fester ist als Sahne, aber deren Fettgehalt (25-35%) hat.
Saure Sahne oder auch Sauerrahm hat dahingehend nur etwa 10-20% Fett.
Am ehesten ist Schmand mit Crème fraîche zu vergleichen.
Konsistenz und Fettgehalt sind ähnlich, wobei Crème fraîche etwas süßer im Geschmack ist.
Schmand schmeckt leicht säuerlich und angenehm sahnig.
Im Gegensatz zu Crème fraîche ist Schmand etwas weicher in der Konsistenz.
Ein Produkt aus allen ist die Sour Cream.
Hierbei werden Schmand, Saure Sahne, Crème fraîche mit Quark, Mayonnaise,
Essig und Worchestershiresauce miteinander verrührt.

Durch Zusatz von Milchsäurebakterien gärt die Sahne, sie wird sauer und verdickt sich.
Ich persönlich verwende so gut es geht nur Bio Schmand,
da dort keine Stabilisatoren und Verdickungsmittel (oft Stärke) enthalten sind.

In Nordhessen gibt es Schmand in jeden Supermarkt.
Früher konnte man ihn nur auf dem Markt kaufen.
Der Schmand wurde in Schmanddippen, hochdeutsch für Sauerrahmtöpfen, transportiert.
Ursprünglich kommt Schmand aus Russland, wo er in keinem Borschtsch und Blini Rezept fehlen darf.
Je weiter man gen Osten fährt je höher ist auch der Fettgehalt im Schmand.

Es gibt zwei Theorien über die Herkunft des Wortes Schmand.
1.) Das Wort Schmand leitet sich von Schmetten ab. Dies wiederum von smeitan
(germanisch: streichen, schmieren) und den tschechischen Wort smetana (Milchrahm/Sauerrahm) ab.
Ähnliche Beschreibungen findet man im russischen, polnischen und slavischen (~ verschleudern).
Hier steht die Herstellung des Schmand namentlich im Vordergrund.
2.) Aus dem mittelniederdeutsch kommt das Wort smand, was sich aus dem westgermanischen Wort smanþi (weich) ableitet. Ähnlich dem englischen smooth.

dreierlei Schmand

Kleines Molkerei Lexikon
• Clotted Cream/Streichrahm engl. clots=Klümpchen, Clotted Cream ist nicht pasteurisiert
und nicht homogenisiert, die Sahne wird für mehrere Stunden in Pfannen gekocht
bis sich kleine Klümpchen bilden, mindest Fettgehalt 55%. lecker zu Scones!!
• Crème Chantilly ist Schlagsahne die mit Zucker und Bourbonvanille versetzt ist
• Crème double/Doppelrahm Fettgehalt 40-55%, gerne auch mit Orangenblütenwasser aufgeschlagen
• Crème fraîche/Sauerrahm mit Zucker, Fettgehalt mind. 30%
• Crème légère fettreduzierte Variante der Crème fraîche mit etwa 15-20% Fett
• Mascarpone/Doppelrahm-Frischkäse wird aus Crème fraîche hergestellt, mindest Fettgehalt von 70%
• Quark/Topfen 10-40% Fett (Magerstufe-Doppelrahmstufe), Herstellung aus Milch und Lab/Milchsäurebakterien, ein Nebenprodukt ist Molke
• Saure Sahne/Sauerrahm hat einen Fettgehalt von mind. 10%
• Schlagsahne/Schlagobers ist aufgeschlagene Sahne mind. Fettgehalt von 30%

Quellen
Wikipedia
Upländer Bauernmolkerei

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Griene Sose vs Grie Sos

Ob „Kasseler“ oder „Frankfurter“ Grüne Soße, so oder so, sie ist eine in ganz Hessen beliebte Leibspeise.

Kasseler Griene Sose

Die hessische Volksweise besagt, dass die frischen Kräuter der Grünen Soße,
besonderst nach langem Winter, den Körper reinigen, kräftigen und Krankheiten vorbeugen.
Laut dieser Überlieferung gehören genau sieben Kräuter in die Grüne Soße (Glückszahl).
Grundsätzlich kann man zwischen zwei Variationen der Soße unterscheiden.
Eine rustikale, grobe Soße aus Nordhessen (Griene Sose)
und eine feine Version aus Südhessen (Grie Sos), genauer aus Frankfurt.
Die Wahl der Kräuter sind fließend und auch abhänig vom jeweiligen Beschaffungsgrad.
Auch die Verwendung von Schmand, Sahne, Joghurt oder auch Milch
sowie Senf, Zwiebln, Knoblauch und Weiswein sind in der Regel persönliche Vorlieben.
Einzig die Zugabe von Majonaise ist grundsätzlich abzulehnen!

In der nordhessischen Form der „Griene Sose“ werden die Kräuter nur grob gehackt.
Die Kräuter sind als solche gut in der Soße zuerkennen.
Die Eier werden auch nur grob gehackt. Die Soße ist eher weiß.

In der „Frankfurter“ Grünen Soße sind die Kräuter sehr fein gehackt bzw. gewiegt.
Die Soße nimmt dadurch eine hell grüne Farbe an. Diese „Grie Sos“ ist auch im Geschmack herber.
Die Eier werden in der Regel nur halbiert und auf den Teller verteilt.
In einer anderen Version wird das Eigelb durch ein Sieb gerieben und nur das Eiweis feingehackt.

Auch hier sind die Variationen fließend, und meist familiärer Natur.

Wie bereits erwähnt gehören magische sieben Kräuter in die Soße.
Diese können sein: Petersilien, Schnittlauch, Pimpinelle, Borretsch, Dill, Zitronenmelisse,
Sauerampfer, Kerbel, Kresse, Breitwegerich, Estragon, Liebstöckel…
Einzig und allein frisch müssen sie sein!!

Auf klassische Art, d.h. mit Pellkartoffeln schmeckt die Griene Sose mir am liebsten.
Knapp gefolgt von einen schönem Stück Tafelspitz oder frischer Spargel.

Traditionell beginnt die Grüne Soße Saison am Gründonnerstag und endet oft erst im Herbst,
wenn es keine Kräuter mehr zu ernten gibt.

Meine Griene Sose:
6 Eier
einen Becher Schmand
500g Joghurt
einen halben Becher Saure Sahne / Sauerrahm
1 EL Senf
Schnittlauch
Petersilie (Krause)
Pimpinelle
Borretsch
Dill
Sauerampfer
Zitronenmelisse
Salz
weißer Pfeffer
1 EL Sonnenblumen- oder Rapsöl

Die Eier hart kochen, schälen. Das Eigelb mit der Gabel zerdrücken und das Weißei grob hacken.
Schmand, Joghurt und die Saure Sahne mit dem Senf verrühren.
Abschmecken mit Salz, Pfeffer und dem Öl.
Die Eier und die Kräuter unterheben und mit Pellkartoffeln servieren.

Mahlzeit!

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Weiteren Links zum Thema:
Markenschutzverfahren
Grüne Soße Festival
Grüne-Soße-Denkmal